Die Geschichte des Internet – die Anfänge unserer Zukunft

Geschichte des Internet

Ich finde ein Blog, das sich mit dem Internet, wie wir es heute kennen, beschäftigt, sollte auch einen kurzen Einblick in die Geschichte des Internet liefern. Der Artikel wird die wichtigsten Punkte zusammenfassen und hat den Anspruch einen Überblick zu liefern, der ein Grundverständnis für die Entwicklung des Internets schafft.

Die Anfänge: Das APRANET

Es ist die Zeit des Kalten Krieges, in den frühen 60er Jahren, als der Wunsch in Nordamerika nach einer ausfallsicheren und zuverlässigen Kommando- und Kommunikationsverbindung erwächst. Diese sollte im schlimmsten Fall selbst einen Atomschlag überstehen können.
Es gab zu dieser Zeit zwar bereits Rechnernetze, das Problem war jedoch, dass diese immer nur sehr wenige Rechner miteinander verbinden konnten und aufgrund ihrer unterschiedlichen Hardware und Betriebssysteme nicht miteinander verbunden werden konnten.

Die Geschichte des Internets - Interface Message Prcoessor
In einen Rechner eingebauter IMP

Joseph Licklider und Lawrence Roberts wollten dieses Problem lösen und stellten 1967 auf dem Treffen der APRA Forschungsdirektoren die Idee eines universalen Netzwerkes vor.
Im Oktober desselben Jahres präsentierten sie bereits eine Art Router, den Interface Message Processors (IMP), der es den Computern erlauben sollte per Paketvermittlung zu kommunizieren. Das besondere an den IMP war, dass sie die Entwicklung eines Protokolls vereinfachten, mit welchem die Computer untereinander unabhängig von ihrer Hardware kommunizieren konnten. Ohne das Gerät, das in jeden Computer integriert werden konnte, wäre es nötig gewesen für jeden einzelnen (!), ans Netz angeschlossenen Computer, eine eigene Schnittstelle zu implementieren.
Die ersten vier miteinander verbundenen Netzwerkknoten waren die der universitären Forschungseinrichtungen von Los Angeles, Utah, Santa Barbara und Stanford.

Am 29. Oktober 1969 wurden diese ersten IMPs erfolgreich miteinander verbunden. Kann man dies bereits die Geburtsstunde des Internets nennen? Das Jahr, in dem der erste Mensch einen Fuß auf den Mond setzt, in diesem Jahr tat er auch die ersten Schritte im Internet? Nicht ganz, denn das sogenannte APRANET, benannt nach der ARPA, die dessen Entwicklung in Gang setzte, ist noch weit von dem Internet, welches wir heute kennen, entfernt.
Jedoch werden erste Schritte in diese Richtung mit zwei weiteren wichtigen Entwicklungen gemacht:
1971 wird das erste E-Mail-Programm von Ray Tomlinson (*1941) von BBN vorgestellt.
2 Jahre später, 1973, wurde das File Transfer Protocol (FTP) entwickelt, das wir auch heute noch zum hochladen und downloaden von Dateien benutzen. Außerdem gibt es die ersten Knoten außerhalb der USA in England und Norwegen. Das APRANET wuchs stetig weiter.

TCP/IP

Das Jahr 1983 sollte uns wieder einen Schritt dem heutigen Internet näher bringen: Vinton Cerf und Robert Kahn entwickelten das Protokoll, welches das alte NCP-Protokoll ablöst. Diese Umstellung war auch bitter nötig, da das alte Protokoll nur sehr eingeschränkt die Kommunikation über die heterogenen Netze hinweg ermöglichte. Mit dem neuen Protokoll war nun endlich die Vorrausetzung für die weltweite Verbreitung des Netzwerkes geschaffen.
Auch heute funktioniert das Internet noch mit diesen beiden Protokollen.

1989 entschied die DARPA zum 20. Geburtstag ihres Netzwerkes, das ARPRANET stillzulegen. Die regionalen Netzwerke, die aus dem ARPRANET hervorgegangen waren, wurden zum neuen, dezentralen Rückgrat des Netzwerkes.

Das WWW

Die Hardware-Probleme des Internets waren nun gelöst, jetzt ging es darum, das Internet auch Nicht-Wissenschaftlern und Experten zugänglich zu machen. Es wurde eine einfache Benutzerschnittstelle benötigt, die es jedem, auch Computer-Laien, ermöglichen sollte das Internet zu nutzen.

Zwei Entwicklungen schafften diesen Schritt und ebneten den Weg für das Internet als Massenmedium: das WWW und der Internet-Browser.
Das World Wide Web wurde vom „Vater des Internets“ Tim Berners-Lee ins Leben gerufen.
1989 veröffentlichte er den wissenschaftlichen Artikel „Information Management: A proposal,“ Hierin stellte er ein Hypertextbasiertes Dokumentensystem vor, das die Verwaltung der Forschungsdaten des CERN, indem er zu dem Zeitpunkt arbeitete, vereinfachen sollte. Der sogenannte Hypertext besteht aus Textdaten und den Hyperlinks, die auf andere Dokumente verweisen. Somit kann der Text nicht nur linear gelesen werden, sondern auch schnell auf ähnliche Dokumente zugegriffen werden. Genau das Konzept, wonach auch heute noch ein Großteil des Internets funktioniert.

Im darauffolgenden Jahr bekommt er die Zusage zur Umsetzung am CERN, die er gemeinsam mit Robert Cailliau beginnt.

Die Geschichte des Internets - Tim Berners-Lee und das WWW
Tim Berners-Lee – der Vater des WWW

1990 kann man dann wohl als das Geburtsjahr des Internets bezeichnen: Der erste Server geht mit dem WWW „online“. Dann nimmt die Entwicklung ihren Lauf: 1991 gibt es den ersten WWW-Browser und im Dezember desselben Jahres schließt sich der erste Rechner außerhalb des CERN an das Netz des WWW an. Der Siegeszug beginnt.

1993 dann der nächste Meilenstein: Es erscheint der erste Browser mit grafischer Benutzeroberfläche: Der von NCSA(National Center für Supercomputing Applications) entwickelte Mosaic-Browser. Der Browser erinnert schon sehr an das was wir heute kennen.

Die Geschichte des Internet - Mosaic Browser
Der Mosaic-Browser – der erste Browser mit grafischer Benutzeroberfläche

Jedoch: bisher verursachte das World Wide Web nur 1% des gesamten Internet-Datenverkehrs.

Ab 1995 bekommt der Mosaic Browser Konkurrenz vom Microsoft Internet Explorer, der auf allen verkauften Microsoft-Betriebssystemen vorinstalliert ist. Es beginnt der Einzug des Internets in das Leben der Menschen, sowohl an der Arbeit als auch im Alltag.

Web 2.0

Die 3. Entwicklungsstufe bezieht sich nun nicht mehr grundlegend auf die Hardware oder Software des Internets, sondern auf einen Perspektivenwechsel: Bisher standen einigen wenigen Inhaltsprodzuenten, nämlich denen, die sich mit der Technik auskannten, sehr viele Konsumenten gegenüber.
Das Internet entwickelte sich zum sogenannten Mitmach-Web:
Bisher bestand die größtmögliche Interaktion des Nutzers darin, Seiten aufzurufen, Links anzuklicken und eben die Seiten zu lesen. Neue Technologien sorgten aber dafür, dass bald jeder Mensch mit Internetzugang seine eigenen Inhalte verbreiten konnte. Zu den neuen Möglichkeiten gehörten Webblogs, Chaträume, Soziale Netzwerke, Tauschbörsen, uvm.
Dieser Schritt grenzte das Internet ein für alle mal von den anderen Medien ab: Kein anderes Medium machte es Laien so einfach eigene Inhalte einer möglichst breiten Masse zu präsentieren.
Zudem kann heute jeder fast kostenfrei mit jedem kommunizieren. Ein Bolivianer mit einem Taiwanesen zum Beispiel. Bei Verständnisproblemen gibt es dann ja noch den Google Übersetzer.

Wie geht es weiter? – Augmented Reality, Virtual Reality, Internet der Dinge, …

Auch im Jahr 2016 ist die Entwicklung des Internets noch lange nicht abgeschlossen. Es erwarten uns in immer kürzer werdenden Abständen neue technische Errungenschaften, die jederzeit alles auf den Kopf stellen können.

Zu den tiefgreifenden Neuerungen der letzten Jahren gehören wohl Augmented und Virtual Reality, sowie das allseits beliebte Schlagwort des Internet der Dinge.

Während Augmented Reality unsere uns bekannte Realität mit Echtzeitinformationen, Big Data oder aber auch mit fiktivem Inhalt ergänzt,  erschafft die Virtual Reality einen ganz eigenen Realitätsraum.
Was hat das nun für eine Auswirkung auf das Internet? Und vor allem auch auf unser Leben damiT?

Die Realität verschwimmt mit den Daten aus dem Internet, überall erwarten wir einen Link mit mehr Informationen. Und mit der Technik der virtuellen Realität, wird es uns wahrscheinlich schon bald möglich sein das Internet nicht nur zu sehen, sondern auch anfassen zu können,  vielleicht im Internet spazieren zu gehen.

Und nicht nur das, denn das Internet wird mittlerweile nicht nur von uns benutzt, sondern auch von unseren Haushaltsgeräten, Parkhäusern und Lagerregalen. Die Gegenstände haben begonnen über das Internet miteinander zu kommunizieren. Wir machen uns das zu Nutzen, indem wir unseren Kühlschrank uns eine Einkaufsliste schicken, unsere Kaffeemaschine uns einen Espresso mit dem Wecker synchronisiert machen und unsere Waage daran erinnern lassen, dass wir doch einmal wieder trainieren sollten.

Ich bin gespannt wohin die Reise geht. Die Geschichte des Internet ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

 

#blondeBytes

 

Quelle: Meinl, Christoph, Sack, Harald: Internetworking. Springer, 2012
Bildquellen:
https://cdn.arstechnica.net/wp-content/uploads/2011/10/arpanet_interface_message_processor-4e98f4e-intro.jpg
http://archive.computerhistory.org/resources/physical-object/bolt_beranek_and_newman_bbn/X105-82.1.lg.jpg
https://www.nsf.gov/od/lpa/news/03/images/mosaic.6beta.jpg
http://images.computerwoche.de/images/computerwoche/bdb/1865882/890.jpg

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